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Steuern / Einkommensteuer 
Freitag, 19.06.2020

Kindergeldanspruch bei Unterbrechung von Ausbildung oder Studium wegen Krankheit

Eltern können für ein volljähriges Kind Kindergeld erhalten, wenn das Kind das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat und es sich noch in einer Berufsausbildung oder in einem Studium befindet. Wenn das volljährige Kind krank ist und deswegen keine Ausbildung beginnen kann, besteht trotzdem Anspruch auf Kindergeld, wenn grundsätzlich der Wille vorhanden ist, die Ausbildung anzutreten. Auch wenn ein Kind die Ausbildung wegen einer Erkrankung unterbrechen muss, bleibt der Kindergeldanspruch bestehen, solange das Kind an seinem Ausbildungswillen festhält. So entschied das Finanzgericht Hamburg (Az. 5 K 24/19).

Eine Mutter, deren Tochter sich von August 2016 bis Juni 2017 in einer Ausbildung befand, hatte geklagt. Aufgrund einer Krankheit konnte die Tochter die Ausbildung nicht fortsetzen. Nach der Genesung absolvierte die ehemalige Auszubildende zunächst den Bundesfreiwilligendienst und bemühte sich parallel um einen neuen Ausbildungsplatz. Für die Zeit zwischen dem Abbruch der Ausbildung und dem freiwilligen sozialen Jahr verlangte die Familienkasse rund 2.500 Euro Kindergeld von der Mutter zurück.

Das Finanzgericht Hamburg vertrat die Auffassung, der Kindergeldanspruch bleibe auch dann bestehen, wenn das Kind infolge der Erkrankung daran gehindert sei, sich ernstlich um eine Berufsausbildung zu bemühen. Die Mutter habe anhand einer ärztlichen Bescheinigung nachgewiesen, dass ihre Tochter nicht in der Lage war, sich um eine Ausbildung zu bemühen.

Gegen das Urteil wurde Revision beim Bundesfinanzhof eingelegt (Az.: III R 13/20).

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