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Steuern / Einkommensteuer 
Dienstag, 15.05.2018

Unterbringung in einer Wohnanlage für betreutes Wohnen wegen Demenz als außergewöhnliche Belastung steuerlich abziehbar

Eine Heimunterbringung kann als außergewöhnliche Belastung abgezogen werden, wenn der dortige Aufenthalt ausschließlich durch eine Krankheit veranlasst ist. Eine Unterscheidung zwischen “normalen” und altersbedingten Erkrankungen ist dabei nicht vorzunehmen. Auch häufig im Alter auftretende Krankheiten wie die Demenz können eine krankheitsbedingte Unterbringung rechtfertigen. So entschied das Finanzgericht Niedersachsen (Az. 9 K 257/16).

Auf Anraten seines Arztes zog der Kläger nach dem Tod seiner Frau wegen einer Depression mit zunehmender Vergesslichkeit in eine betreute Seniorenwohnanlage und buchte dort verschiedene Pflegeleistungen. Die Kosten der Heimunterbringung setzte er als außergewöhnliche Belastung an. Das Finanzamt verweigerte die Anerkennung, da der Kläger nicht krankheitsbedingt, sondern nur altersbedingt umgezogen sei.

Das Finanzgericht gab der dagegen erhobenen Klage statt. Der Beurteilung als krankheitsbedingte Unterbringung stehe nicht entgegen, dass eine ständige Pflegebedürftigkeit (noch) nicht gegeben sei. Die Aufwendungen der Unterbringung in einer Wohnanlage für betreutes Wohnen stehe auch mit der Krankheit (Demenz/dementielles Syndrom) und der zu ihrer Heilung oder Linderung notwendigen Behandlung in einem adäquaten Zusammenhang.

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