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Steuern / Einkommensteuer 
Mittwoch, 31.10.2018

Nach Abschluss einer dualen Ausbildung mit anschließendem Masterstudium kein Kindergeld bei Vollzeittätigkeit

Für die Frage, ob bereits der erste (objektiv) berufsqualifizierende Abschluss zum Verbrauch der Erstausbildung führt oder ob bei einer mehraktigen Ausbildung auch ein nachfolgender Abschluss in einem öffentlich-rechtlich geordneten Ausbildungsgang Teil der Erstausbildung sein kann, ist darauf zu abzustellen, ob sich der erste Abschluss als integrativer Bestandteil eines einheitlichen Ausbildungsgangs darstellt. Für ein Kind, das nach einer dualen Ausbildung zum Stadtinspektor mit dem Abschluss als Bachelor of Laws Vollzeit tätig war, um anschließend ein Masterstudium für öffentliches Management anzuschließen, besteht kein Anspruch auf Kindergeld mehr. So entschied das Finanzgericht Köln (Az. 7 K 2906/17).

Im Streitfall hatte die Tochter der Klägerin eine erstmalige Berufsausbildung abgeschlossen. Während der nachfolgenden berufspraktischen Zeit und mit Beginn des Zweitstudiums hat sie mehr als 20 Stunden in der Woche gearbeitet und befand sich auch nicht in einem Ausbildungsdienstverhältnis.

Das Gericht vertrat die Auffassung, die duale Ausbildung der Tochter der Klägerin zur Stadtinspektorin – verbunden mit dem Fachhochschulstudiengang Bachelor of Laws – bilde keine Ausbildungseinheit mit dem Masterstudium für öffentliches Management an der Universität, weil das dortige Masterstudium eine berufspraktische Erfahrung von mindestens einem Jahr voraussetze. Auch wenn ein enger sachlicher Zusammenhang zwischen der dualen Ausbildung und dem Masterstudium angenommen werden kann, fehle es an einem engen zeitlichen Zusammenhang. Die durch das berufspraktische Jahr eingetretene zeitliche Zäsur erfolge nicht allein zur Überbrückung zwischen zwei Abschnitten einer einheitlichen Ausbildung, sondern bilde eine eigenständige Zulassungsvoraussetzung für den weiteren Masterstudiengang. Dieses Minimum beruflicher Erfahrung diene als zusätzliches Qualifikationsmerkmal der Studierenden für den (berufsbegleitenden) Weiterbildungsstudiengang, um den Anforderungen für den höheren nichttechnischen Verwaltungsdienst, z. B. im Bereich Leitung, Führung und Entscheidungskompetenz, im späteren Berufsleben gerecht werden zu können. Die Berufsausbildung sei durch diese, mit einem Jahr auch erhebliche berufspraktische Zeit, bewusst durchbrochen.

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