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Steuern / Einkommensteuer 
Donnerstag, 11.04.2019

Werbungskostenabzug: Schaden für erhaltenes Falschgeld bei beruflich veranlasstem Geldwechselgeschäft

Das Finanzgericht Hessen entschied in einem nicht rechtskräftigen Urteil, dass ein im Vertrieb auf Provisionsbasis beschäftigter Arbeitnehmer, der im Zuge eines einem Maschinenverkauf vorgeschalteten Geldwechselgeschäftes Falschgeld untergeschoben bekommt, seinen Schaden steuerlich als Werbungskosten abziehen kann (Az. 9 K 593/18).

Ein Arbeitnehmer (Kläger), der für die Vermittlung von Maschinenverkäufen von seinem Arbeitgeber Provisionen erhält, fiel auf einen Kaufinteressenten herein, der behauptete, eine internationale Investorengruppe zu vertreten, die als Vorbedingung für den Kauf der Maschinen die Durchführung eines Geldwechselgeschäfts mit 500-Euro-Scheinen verlange. In den Verkaufsverhandlungen unterschrieb ein Vorgesetzter des Klägers den Vorvertrag. Ohne Wissen seines Vorgesetzten traf sich der Kläger mit dem Interessenten im europäischen Ausland in einem Hotel und übergab diesem 250.000 Euro in 200-Euro-Banknoten und erhielt im Gegenzug ebenfalls 250.000 Euro in 500-Euro-Banknoten. Das mitgeführte Geld stammte aus dem privaten Bereich des Klägers. Die Echtheit des erhaltenen Geldes stellte der Kläger bei Übergabe mithilfe eines Gerätes fest. Später wurde das erhaltene Geld nach der Übergabe noch im Hotel und von ihm unbemerkt in Falschgeld ausgewechselt. Den von ihm geltend gemachten Werbungskostenabzug i. H. von 250.000 Euro lehnte das Finanzamt ab. Das Geldwechselgeschäft sei ohne Wissen des Arbeitgebers durchgeführt worden und dem eigentlichen Kaufvertrag nur vorgeschaltet gewesen. Außerdem sei der strafrechtliche Charakter des Geldwechselgeschäfts ganz offensichtlich gewesen.

Das FG Hessen gab der hiergegen erhobenen Klage statt, denn eine private Mitveranlassung habe nicht bestanden. Der vom Kläger erlittene Verlust aus dem Geldwechselgeschäft sei ausschließlich beruflich veranlasst gewesen. Laut seines Arbeitsvertrages erhalte der Kläger Verkaufsprovisionen für den Abschluss von Verkäufen über die von seinem Arbeitgeber angebotenen Maschinen. Des Weiteren habe der Interessent den Abschluss des Kaufvertrages zudem von dem Geldwechselgeschäft im Sinne einer Vorbedingung abhängig gemacht und den Vorvertrag auch erst im Zuge des Gelwechsels im Hotel unterschrieben. Nach Auffassung des Gerichts hat der Kläger damit das Geld in der Erwartung gewechselt, Arbeitslohn in Form einer Provision zu erlangen. Somit liege die erforderliche Kausalität zwischen Geldwechselgeschäft und Provision vor. Ein strafbares Verhalten des Klägers und ein kriminelles Zusammenwirken des Klägers mit dem Interessenten sei nach den konkreten Umständen nicht ersichtlich.

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