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Steuern / Einkommensteuer 
Mittwoch, 03.04.2019

Swapzinsen nach Ablösung der Immobiliendarlehen keine nachträglichen Werbungskosten

Das Finanzgericht Münster entschied, dass aufgrund von Swapvereinbarungen geleistete Zinsausgleichszahlungen nicht als nachträgliche Werbungskosten aus Vermietung und Verpachtung anzuerkennen sind, wenn das Mietobjekt veräußert und das Immobiliendarlehen abgelöst wurde (Az. 7 K 1746/16).

Die Klägerin, eine Immobilien-GbR, schloss zunächst unabhängig von einem konkreten Projekt ein Zinsswapgeschäft ab (Zinswette, bei der Geldbeträge in Abhängigkeit von einem Referenzzinssatz ausgetauscht werden). Zwei Jahre später finanzierte sie mithilfe eines Darlehens ein Bauprojekt. Vereinbart wurden Zinssätze in Anlehnung an Zinsswapgeschäfte. Nach Fertigstellung wurde das Therapiezentrum zunächst an eine Betriebsgesellschaft vermietet. Später veräußerte die Klägerin die Immobilie und tilgte mit dem Veräußerungserlös die Darlehen. Die Klägerin gab die Swapzinsen, die in den beiden auf die Veräußerung folgenden Jahren anfielen, als nachträgliche Werbungskosten aus Vermietung und Verpachtung an, doch das Finanzamt versagte den Werbungskostenabzug.

Das FG Münster wies die Klage ab. Nach Auffassung des Gerichts entfällt zwar ein einmal begründeter wirtschaftlicher Veranlassungszusammenhang eines Darlehens mit Vermietungseinkünften nicht allein deshalb, weil die mit den Darlehensmitteln angeschaffte Immobilie veräußert wird. Nachträgliche Schuldzinsen, die auf ein solches Darlehen entfielen, seien auch nach einer Immobilienveräußerung weiter als Werbungskosten zu berücksichtigen, wenn und soweit die Verbindlichkeiten durch den Veräußerungserlös nicht getilgt werden könnten. Jedoch sei für einen fortbestehenden (wirtschaftlichen) Veranlassungszusammenhang zwischen laufenden Zinsausgleichszahlungen aus einem Swapgeschäft und Einkünften aus Vermietung und Verpachtung Voraussetzung, dass eine fortbestehende inhaltliche Verknüpfung zwischen Immobilienfinanzierung einerseits und Swapgeschäft andererseits vorliege. Daran fehle es im Streitfall, denn die Swapvereinbarungen enthielten keinen Hinweis auf das von der Klägerin geplante Therapiezentrum. Außerdem sei mit der Ablösung der Darlehen die Voraussetzung weggefallen, die Zinsausgleichszahlungen im Rahmen eines einheitlichen Finanzierungskonzeptes als Werbungskosten zu berücksichtigen.

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